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  • AutorenbildKevin Drewes

Musical-Epos "Ludwig²" greift die Geschichte mit Jan Ammann in der Hauptrolle imposant auf


Ludwig² - Das Musical
Foto Ina Fiethen

Am Forggensee, direkt gegenüber dem Schloss Neuschwanstein gelegen, befindet sich das Festspielhaus, das mit seinem Spielplan den Musicalfans immer wieder Highlights bietet. Ein echter Dauerbrenner ist dabei Jahr für Jahr das Epos „Ludwig²“. Hier erleben Gäste der schönen Stadt Füssen die Geschichte des Märchenkönigs auf imposante Weise in einem Stück verpackt. Auch www.musicalpuls.com schaute sich das Musical nun an – und durfte sogar Jan Ammann in der titelgebenden Rolle erleben.

"Ludwig²" mit imposantem Geschichtsunterricht


Es ist eine geballte Ladung Geschichtsunterricht, die das Musical zu bieten hat (hier empfehlen wir, sich im Vorfeld ein wenig in die Geschichte um den Märchenkönig reinzulesen). In rund zweieinhalb Stunden erzählt „Ludwig²“ das Leben des Märchenkönigs, der bereits als Kind davon träumte, ein Schloss zu bauen – in diesen Traum flüchtete er immer wieder, wenn sich seine Eltern stritten. Gespielt wird der junge Ludwig dabei großartig von Hannes Adam - trotz ganz offensichtlicher ordentlicher Erkältung begeistert das junge Talent.


Jan Ammann brilliert als Märchenkönig


Als erwachsene Version des Königs spielte bei unserem Besuch am 18.11.23 „Unter uns“- und Musical-Topstar Jan Ammann die Hauptrolle. Er mimte diese erstmals bereits 2005 bei der Welturaufführung. Seine Bühnenpräsenz sowie die Gesangs- und Schauspielkünste begeisterten die Fans bei unserem Besuch – frenetischer Jubel und Applaus folgten immer wieder. Keine Frage, ihm gelingt es, den facettenreichen Charaker hervorragend zu mimen. Allgemein überzeugt die Cast mit viel Spielfreude. Gerade das Zusammenspiel von Marc Trojan (Graf Dürckheim, dem treuen Verbündeten von Ludwig dem 2.) ist großartig – Sympathiepunkte sammelten die Beiden zudem als Marc in einer Szene das Lachen nicht mehr zurückhalten konnte und die Darsteller mit aller Mühe versuchen, weiterzusingen. Live ist eben Live - wir fanden es jedenfalls sehr unterhaltsam und sympatisch. In dem eher düsteren Stück ist es zudem eine weitere humorvolle Szene, die das Epos emotional rund macht: Ein Händler will Ludwig eine erste Version des Telefons verkaufen – dieser testet dieses unbeholfen aus... eine großartige Situationskomik.

Misha Kovar als Sisi


Dabei wird in dem Musical auch sehr ausführlich die Liebe Ludwigs zu seiner Cousine Elisabeth (Sisi) aufgegriffen, die von Misha Kovar (ab kommender Woche im Festspielhaus in der Hauptrolle „Die Päpstin“ zu sehen) gespielt wird. Sie schafft es vor allem gesanglich stark aufzuspielen. Dieser Handlungsstrang zwischen den Beiden ist gerade in der ersten Hälfte sehr präsent.


Zweite Hälfte noch dramatischer


In der zweiten Hälfte nach der Pause wird es wesentlich düsterer. Prinz Otto, der jüngere Bruder von Ludwig muss in den Krieg ziehen und kommt traumatisiert zurück. Diese schwierige Rolle mimt Immanuel Grau sehr glaubhaft und überzeugend. Eben dieses Schicksal führt dann auch dazu, dass Ludwig wieder in seine Märchenwelt zurückgeht und den Traum eines eigenen Traumschlosses vorantreibt – angedeutet wird dabei im Musical lediglich nur mit einer kurzen Bemerkung, dass er dafür immer mehr Schulden anhäufte.

Alexander Kerbst meistert Rolle des Dr. Gudden


Während Ludwig seinen Traum fanatisch weiter verfolgt, wird im Hintergrund längst der Verrat geplant – und so muss Alexander Kerbst, der 2024 als Falco im gleichnamigen Musical auf Tour geht, die schwierige Rolle als Dr. Gudden meistern. Hier möchten wir natürlich nichts spoilern – seine Rolle ist in jedem Fall tragisch.


Bühne des Festspielhauses zeigt seine ganze Bandbreite


Keine Frage, „Ludwig²“ ist packend, emotional und ein echtes Epos. Dass dem so ist, liegt auch am großartigen Bühnenbild, dass sich enorm vielseitig zeigt und imposante Kulissen auffährt. Einer der besten Bühnen Deutschlands fährt dabei mächtig auf – der große Pool als auch die riesigen Drehscheiben kommen dabei sehr häufig zum Einsatz. Visuell atemberaubend sind dabei auch die Projektionen. „Ludwig²“ zeigt eindrucksvoll, dass es neben Ralph Siegels „Zeppelin“ die aufwändigste Produktion im Festspielhaus Neuschwanstein ist – und überzeugt mit erstklassigem Cast. Zwar endet die aktuelle Spielzeit heute, doch bereits im Januar kehrt das Musical zurück. Tickets gibt es direkt hier.


Fotos Ina Fiethen




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