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Musical "Zauberflöte" feierte Welturaufführung: Ein musikalisches Meisterwerk mit grandiosen Darstellern!

Weltpremieren-Cast der "Zauberflöte"
Foto Kevin Drewes / Musicalpuls

SO hat man Mozarts „Zauberflöte“ noch nie erlebt! Unter der Regie von Benjamin Sahler und mit komplett neuen Liedern vom Komponisten Frank Nimsgern entstanden und bei den Previews im Festspielhaus Neuschwanstein noch um einige Dinge optimiert, feierte „Zauberflöte – Das Musical“ gestern (12.04.24) seine Welturaufführung im Deutschen Theater in München – wir waren dabei und verraten Euch, wie überzeugend das Stück ist!



Komponist Frank Nimsgern gelingt Geniestreich

Mit einem sich zwischen düster und extrem farbenfrohen abwechselnden Bühnenbild entführt die „Zauberflöte“ die Zuschauer in eine märchenhafte Welt. Dabei ist es keineswegs ein klassisches Märchen – so reicht es hier nicht, dass der holde Prinz die Prinzessin in den Mauern des Bösewichts findet… nein, damit beginnt eigentlich erst seine Mission! In der ersten Hälfte nimmt man sich erst einmal Zeit, den Zuschauern die Charaktere näher zu bringen… und gleich zu Beginn eindrucksvoll mit dem Titel „Kampf um den Sonnenkreis“ zu zeigen, wie es zur Trennung zwischen den Reichen kam. Katja Berg als Königin der Nacht darf dabei direkt ihre starke Stimme zeigen, während harte Gitarrenriffs erklingen. Ja, es erklingen Klänge aus dem Hard Rock in dem Opernstoff! Komponist Frank Nimsgern gelingt der Spagat, große Balladen, Operetten und harte Klänge zu vereinen – die Musik ist sehr vielseitig in der „Zauberflöte“.


Misha Kovar zeigt ihre ganze Klasse

Einen kompletten Kontrast zu den harten Gitarrenriffs stellen dabei die sanften Klänge dar, die vor allem von Misha Kovar als Prinzessin Pamina kommen. Die sehr erfahrene Musicaldarstellerin, die im Festspielhaus Neuschwanstein immer wieder Hauptrollen übernimmt, begeistert mit ihrer lieblichen, sanften Stimme und bekommt unter anderem mit dem Titel „Ohne Dich“ die Gelegenheit, zu glänzen. Ganz großes Kino ist auch ihr Duett „Der Hölle Rache“ mit Katja Berg – hier treffen die beiden grandiosen Stimmen aufeinander!



Tim Wilhelm: Papageno ist seine Paraderolle

Derweil sind es Mario Mariano als Kakadu und Münchener Freiheit Frontsänger Tim Wilhelm als Papageno, diejenigen, die in dem eher düsteren Stoff für die lockeren Momente sorgen. Zweitgenanntem wirkt dabei die Rolle wie auf dem Leib geschrieben… der vielfach talentierte Künstler spielt die Figur mit großer Spielfreude und erhält mit „Der beste Geist“ sogar eine große Ensemble-Nummer, die sich als besonders farbenfroh zeigt. Die Szene ist auch ein Musterbeispiel für die erstklassigen Choreographien, für die Stefanie Gröning, Alina Groder und Anna Martens verantwortlich sind.

 

Patrick Stanke bärenstark

Das Duo Mariano und Tim erhalten dabei viel Screentime, sind sehr präsente Sidekicks, die auch mit ihren Sprüchen für Auflockerung sorgen. Sie sind es auch, die den Prinzen auf seiner Mission begleiten, die Prinzessin zu retten. Der Prinz wird von Patrick Stanke gespielt, der sowohl schauspielerisch als vor allem auch gesanglich ganz stark aufspielt. Seine musikalische Leistung verdient Hochachtung – er liefert ab!

 


Auch Schöne, Murray und Mulders überzeugen

Sehr gut gefallen hat uns auch Christian Schöne als Sarrastro, der eine enorme Bühnenpräsenz zeigt und einen erschreckend guten Bösewicht darstellt. Unter anderem mit „Schrei!“ erhält er ebenfalls großartige Songs, in denen er auch gesanglich seine ganze Klasse zeigen darf. Dahinter verstecken muss sich jedoch auch nicht Chris Murray als Monostatos, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt. Die große Nummer „Rattenrichter“ ist dabei ein ganz großes, musikalisches Highlight! Eine Überraschung ist auch Martin Mulders als Sklave, der in der zweiten Hälfte mit dem Titel „Leben“ ebenfalls zeigen darf, dass auch er abliefern kann!

 

An dieser Stelle möchten wir auch unbedingt Luzia Sahler, Madeleine Haipt, Elisa Rehlinger erwähnen, die die drei Damen der Königin darstellen und immer wieder ihre Momente erhalten… und dabei grandios harmonieren!



Stefanie Groening schwingt sich durch die Lüfte

Multitalent Stefanie Groening, die als Papagena verzaubert, darf dabei sogar ihre akrobatischen Künste zeigen, die uns sehr überrascht haben! Sie gleitet mit Anmut durch die Luft und schafft es auch schauspielerisch ihr Können unter Beweis zu stellen. In Hälfte Zwei wandelt sich ihr Charakter (wir spoilern hier nicht zuviel!) unter Einfluss Sarrastros und sie wird zum „Dirty Birdy“! Zudem glänzt sie mit dem wirklich gelungenen Duett „Das A und O“ mit Tim Wilhelm… was dann auch das Happy End für Papageno darstellt!


Imposantes Finale

Nach über zwei Stunden (ohne Pause gerechnet) steuert die „Zauberflöte“ dann auch auf das imposante Finale zu, in dem Misha Kovar und Patrick Stanke mit einem grandiosen gemeinsamen Auftritt eine Sternstunde hinlegen, ehe alle gemeinsam „Geh mit mir“ singen. Das Ende ist spektakulär inszeniert, die grandiose Lichttechnik darf noch einmal ordentlich die Muskeln spielen lassen und die Zuschauer dürfen sich auf ein gutes Ende des Märchens freuen… auch wenn nicht alles ganz rund wirkt. Manches ist zu schnell erzählt, gerade was Sarrastro und die Königin der Nacht betrifft. Alles in allem gelingt es Benjamin Sahler, Komponist Frank Nimsgern und allen Beteiligten ein Musical zu kreieren, das musikalisch extrem beeindruckend ist und ohne Frage verzaubert! Noch bis zum 21.04.24 ist die "Zauberflöte" im Deutschen Theater München zu erleben, ehe am 04.05.24 die Premiere im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen ansteht. Tickets für München gibt es hier und für Füssen hier.





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