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  • AutorenbildKevin Drewes

"TINA – Das Tina Turner Musical" zelebriert Jubiläum vom Hitalbum "Private Dancer" auf großartige Weise

Tina Turner Musical Round Table
Foto Jan Potente

1984 veröffentlichte Tina Turner ihr bis heute erfolgreichstes Album „Private Dancer“ und schaffte damit weltweit ihren Durchbruch als Solokünstlerin. In Erinnerung an dieses legendäre Hitalbum veranstaltete TINA – Das Tina Turner Musical einen Musikexperten-Round-Table, bei dem u.a. prominente Wegbegleiter und Freunde wie Musikproduzent Martyn Ware und der ehemalige MTV-Moderator Steve Blame auf die Karriere der verstorbenen Queen of Rock zurückblickten und erörterten, weshalb gerade ihr fünftes Album so erfolgreich war, welche Meilensteine Tina Turner damit in der Musikwelt setzte und welche Chancen Sie POC-Künstler:innen auf der ganzen Welt eröffnete.

 


Private Dancer – ein bis heute anhaltender Welterfolg

20 Millionen verkaufte Platten, 4 Grammy Awards und als Dauerbrenner 96 Wochen lang in den deutschen Top-100-Charts: Kein Album von Tina Turner kann so einen Erfolg wie „Private Dancer“ verbuchen. Vor 40 Jahren veröffentlichte die Musikikone ihr fünftes Soloalbum, mit dem ihr der weltweite Durchbruch als Solokünstlerin gelang. Bis heute gilt „Private Dancer“ mit dem einmaligen Mix aus kultiger Popmusik, souligem R’n’B, coolem Rock und kantigem New Wave als erfolgreichstes Album ihrer gesamten Karriere. Sowohl der gleichnamige Kulthit als auch der Albumsong „What‘s Love Got to Do with It“ zählen bei Fans nach wie vor zu den beliebtesten Liedern aller Zeiten.

 

Tina Turner – legendäre Musikikone und einzigartiges Vorbild

 Weshalb „Private Dancer“ bis heute auf der Erfolgswelle reitet und der Albumsong „Let´s Stay Together“ so besonders ist, erörterten Martyn Ware (Musikproduzent, Heaven 17 und Freund von Tina Turner), Steve Blame (ehemaliger MTV-Moderator, Musikjournalist und vertrauter Gesprächspartner von Tina Turner), Alex Gernandt (ehemaliger BRAVO-Chefredakteur, Musikjournalist und Tina-Turner-Experte), Christiane Rebmann (Radio-Musikjournalistin) sowie Sebastian de Domenico (Musical Supervisor bei TINA – Das Tina Turner Musical) und Aisata Blackman (Tina-Erstbesetzung) bei einem spannenden Musikexperten-Round-Table.



Martyn Ware:

Bei den Aufnahmen zu „Let’s Stay Together“ haben wir nach einer Balance zwischen elektronischen Sounds und traditionellen Elementen gesucht. Dem ganzen haben wir mit dem Gitarrenspiel die Krone aufgesetzt, das wir als letztes als eine Art Duett mit Tinas Stimme kombiniert haben. Das hat den warmen und intimen Sound erzeugt, der den Song so einzigartig macht. Ich erinnere mich daher gut, als wir für den Song in den Abbey Road Studios waren. Sie kam ins Studio und wir haben „Let’s Stay Together“ in einem Zug aufgenommen. Zur Sicherheit haben wir den Song ein zweites Mal eingesungen, was unnötig war, da sie ihn genauso performte wie beim ersten Mal. Sie hatte das für sich geprobt wie Schauspieler sich auf eine Rolle vorbereiten und lieferte einfach ab.

 

Private Dancer besteht aus tollen Songs von großen Songschreibern. Was wir gemacht haben, war dem Ganzen einen zeitgemäßen Sound zu verpassen. Sie hat mit dem Album bewiesen, dass sie eine der größten Sängerinnen aller Zeiten war.

 

Steve Blame:

Das Album „Private Dancer“ hat die Musikgeschichte dahingehend verändert, dass es bis dahin keine Frauen und schon gar keine schwarzen Frauen gab, die Rock‘n‘Roll gesungen haben. Tina war ein Fan von David Bowie und Mick Jagger, das war zu der Zeit sehr ungewöhnlich. Sie hat mit dem Album bewiesen, dass Frauen erfolgreiche Rockmusikerinnen sein können. Damit hat sie generell die Tür für schwarze Musikerinnen geöffnet.

 

Mein Favorit ist „Let’s Stay Together“. Ich liebe die Al Green Version, aber Tinas Version ist besser. Der Song symbolisiert für mich den Moment in Tinas Leben, wie sie als Phönix aus der Asche emporsteigt und die Künstlerin wird, die wir alle kennen.

 

Alex Gernandt:

„Private Dancer“ war mit mehr als 20 Millionen verkaufter Platten nicht nur eins der erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte. Es war für Tina musikalisch und inhaltlich neu. Musikalisch, weil sie verschiedene Musikrichtungen kombiniert hat. Sie kam ja vom Soul und Rock n’ Roll und hat auf dem Album verschiedene für sie neue Musikrichtungen kombiniert. Sie hat Songs von David Bowie gesungen, den Beatles und Al Green. Inhaltlich hat sie zum Beispiel mit ‚Better be Good to me“ ein Zeichen in punkto Frauenpower gesetzt. Sie war damals wegweisend für Emanzipation und Selbstbestimmung.



Mein persönlicher Favorit ist der Beatles-Klassiker „Help“. Tina hat aus dieser Up-Tempo-Nummer eine Ballade gemacht, die fast schon Gospel-Anleihen hat. Sie schafft es diesem weltberühmten Klassiker ihren Stempel aufzudrücken und das ist eine tolle Leistung.

 

Christiane Rebmann:

Tina wollte damals zurück in die Charts. Das wäre mit R‘n‘B nicht möglich gewesen. Das Album Private Dancer war eine sehr moderne Produktion mit zu ihr passenden Songs. Dass sie als schwarze Frau mit Rock in die Carts kam, war außergewöhnlich. Damit war sie ein Vorbild für viele folgende Künstlerinnen, die ihren Weg in der von Männern dominierten Musikszene selbstbestimmt erkämpft haben. Damit hat sich Tina auch viele Jahre nach der Trennung von Ike endgültig befreit.  

 

„I Can ‘t Stand The Rain“ mag ich besonders. Der Song hat eine tolle Spannung und bringt auch ihre Stimme sehr gut heraus. Sie hat dem Song ein ganz eigenes Leben gegeben, indem sie ihn mit viel Energie und Leidenschaft performt hat.

 

Die beindruckende Geschichte von Tina Turner ist seit März 2023 im Stage Apollo Theater in Stuttgart zu sehen. Zuschauer:innen erhalten eindrucksvolle Einblicke in das Leben der verstorbenen Queen of Rock und können ihren Weg vom jungen Mädchen, das in Nutbush, Tennessee aufwuchs, bis hin zur gefeierten Künstlerin hautnah miterleben. Alle Szenen im Musical werden mit den Turner-Songs untermalt.



Welchen Einfluss das Hitalbum auf die Show hat, erklärt Sebastian de Domenico, Musical Supervisor bei TINA – Das Tina Turner Musical: „Das Album ‚Private Dancer‘ hat eine große Bedeutung im Musical. Anhand der Entstehung des Songs „What´s Love Got To Do With it“ erzählen wir die Geschichte hinter dem Comeback von Tina Turner als Künstlerin, die die meisten von uns heute kennen.“

 

Musiksensation: Einmalige Performance von „Let‘s Stay Together“

Für eine gesangliche Zeitreise in Tina Turners Karriere sorgte ein einmaliger Auftritt: Exklusiv für den Round Table haben Musical Supervisor Sebastian de Domenico und das Produktionsteam eine Songperformance kreiert, die es so noch nie gegeben hat und nur im Rahmen des Events auf der Bühne zu sehen war: Spektakulär und stimmgewaltig präsentierten die Tina-Darstellerinnen Aisata Blackman, Charlotte Looman, Elle Ma-Kinga N‘zuzi und Madina Frey gemeinsam den Hitsong „Let‘s Stay Together“, den Martyn Ware 1984 produziere. Als zusätzliches Special trat das Quartett in unterschiedlichen ikonischen Outfits auf und würdigte damit verschiedene Karrierehöhepunkte – darunter das sagenhafte Konzert in Rio de Janeiro 1988 oder Tina Turners Auftritt 1982, bei dem sie das Lied „Proud Mary“ in einem strahlenden Goldkleid zum Besten gegeben hatte.



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