Jan Kersjes übernimmt mit Doc Brown eine der beiden Hauptrollen im Musical “Zurück in die Zukunft”, welches am 22.03.26 seine große Deutschland-Premiere im Stage Operettenhaus feiert. Im exklusiven Interview schwärmte er von der Filmvorlage und der Figur… dabei wurde schnell deutlich: Für ihn wird ein ganz großer Traum wahr… und er lebt die Rolle schon jetzt so sehr, dass man sich riesig auf seine Interpretation freuen darf. Sehr offen erinnerte sich Jan dazu auch an seine Kindheit, in der Doc Brown schon nachspielte!
Musicalpuls.com: Du spielst den legendären Doc Brown. Wie ist das eigentlich für dich?
Jan Kersjes: “Doc Brown spielen zu dürfen, ist für mich etwas Unglaubliches. Eigentlich eine Nummer zu groß! Also, ich kann mich erinnern, wie wir im heimischen Wohnzimmer den ersten Film zum ersten Mal gesehen haben. Das war damals zur ersten Fernsehausstrahlung; und ich weiß noch genau, wie sich das angefühlt hat, diesen Film zum allerersten Mal zu sehen. Danach habe ich ihn bis heute bestimmt hundertmal gesehen. Ich bin unheimlich dankbar, nun diese ikonische Figur selber spielen zu dürfen. Wie Christopher Lloyd den Doc gespielt hat, ist an Komplexität, Herzlichkeit und Originalität einfach nicht zu überbieten und bleibt unvergessen! Den Doc zu spielen ist wie auf einer Mondrakete zu sitzen und mit ihr loszufliegen. Das liegt aber auch an der genialen und mitreißenden Story…
Wenn die Ouvertüre der Musicalaufführung beginnt, geht es allen Schauspieler:Innen und Musiker:Innen, die Backstage auf ihren ersten Auftritt warten, ähnlich, so habe ich das Gefühl. Da bricht immer eine richtige Euphorie los im Raum. Man sieht, die Geschichte ist einfach zeitlos! Das ist sehr sehr schön und selten! Ich bin gerade unfassbar glücklich darüber und genieße die Proben alleine gerade schon sehr.”
Musicalpuls.com: Zuvor hast du schon mit Olaf und Timon zwei sehr beliebte Filmfiguren gespielt. Jetzt mimst du erstmals eine Hauptfigur. Geht man da anders an die Herausforderung ran?
Jan Kersjes: “Eigentlich ist es egal, wie groß die Rolle ist. Man muss die Figur ja immer in ihrer Fülle verstehen. Es braucht immer eine komplette Biographie für die Figur. Die Geschichte einer Figur muss ja miterzählt werden, weitererzählt werden, auch bei einer kleineren Rolle; der Erzählstrang jeder Figur läuft im Hintergrund weiter, wenn sie auch nicht immer auf der Bühne sichtbar ist. Sie läuft die ganze Story mit; was im Hintergrund passiert, das muss man für seine Rolle alles wissen. Daher ist der Arbeitsaufwand immer ähnlich groß, unabhängig, wie viel Text oder Bühnenzeit meine Figur hat. Natürlich hab ich jetzt für Doc körperlich unglaublich viel zu tun. Es gibt lange, lange Passagen, für die ich gerade noch dabei bin, körperliche Kondition aufzubauen.
Doc Brown ist in dieser Frage noch einmal etwas besonders, weil die Figur unglaublich komplex und breitgefächert ist, weswegen ich da in der Rollenvorbereitung so in meinem emotionalen Parfümschränkchen sehr sensibel vorgehen muss, um das annähernd ausfüllen zu können, was Christopher Lloyd im Film und Roger Bart im Musical vorgegeben haben.”
Musicalpuls.com: Siehst du Parallelen zwischen dir und Doc Brown?
Jan Kersjes: “Ähnlich wie Doc Brown bin ich manchmal laut und wild und verrückt und springe in den Gedanken und Ideen hin und her. Bin zuweilen hysterisch und kann sehr schnell in Euphorie geraten und kann für eine Sache sehr “brennen”.
Eine Gemeinsamkeit in der Biographie, also in meiner und der von Doc Brown, so habe ich im Verlauf der Musicalproben festgestellt, ist, dass auch bei mir urplötzlich jemand oder etwas in mein Leben getreten ist, wonach mein Leben einen viel größeren Sinn machte, und ich viel fokussierter meinen weiteren Weg gehen konnte. Bei Doc Brown ist es Marty. Vorher hat für Doc nichts funktioniert; jahrzehntelang nicht. Am Ende gesteht er Marty sogar: „…du hast mein Leben ziemlich verändert. Jetzt hab ich was, wofür es sich lohnt, zu kämpfen!“
Auch bei mir war mein Leben zwar lange schon sehr schön und lustig, aber sehr chaotisch und es gab wenig Orientierung. Dann trat jemand und etwas in mein Leben. Plötzlich gelang es, mich zu fokussieren, und alles wurde leichter und klarer und bewusster. Das verbindet mich sehr mit Doc.”
Musicalpuls.com: Wie willst du der Figur deinen eigenen Stempel aufdrücken?
Jan Kersjes: “Als Kind schon habe ich immer Doc Brown nachgemacht, eben, wie Christopher Lloyd ihn gespielt hat mit seiner expressionistischen Mimik: große Augen machen, sich an die Stirn fassen und panisch im Kreis rennen, dabei 1.21 Gigawatt zu rufen… Die expressionistische Spielweise und der subtile Slapstick wird an den geeigneten Stellen auch auf der Bühne auftauchen.
Der Figur einen eigenen Stempel aufzudrücken fällt mir jedoch schwer, und es scheint mir auch gar nicht nötig und auch nicht möglich zu sein. Natürlich muss ich ja die Emotionen und das Seelenleben von Doc Brown aus mir persönlich herausnehmen, und da hab ich natürlich auch ganz persönliche Geschichten und Menschen, an die ich beim Spielen in den verschiedenen Szenen denke. Es gibt einige Stellen im Musical, die sehr sehr persönlich werden. Und da wird man dann schon sehr mich, also, den Menschen Jan sehen können.”
Musicalpuls.com: Was ist „Zurück in die Zukunft“ für dich?
Jan Kersjes: “Für mich ist „Zurück die Zukunft“ einer der absolut besten Filme aller Zeiten. Ich liebe ihn wirklich zutiefst! Seine Ästhetik, die Musik von Huey Lewis, der legendäre Film Score von Alan Silvestri, die wunderbaren Schauspieler, Drehbuch: einfach Beste!, das spannendste Film-Finale aller Zeiten, George McFlys Katharsis…: es begegnet mir im Alltag so oft und dann muss ich an den Film denken: „So, jetzt musst du aber (dem metaphorischen) Biff auf die Nase hauen, sonst kommst du aus der Situation nicht raus, sonst fühlst du dich „morgen“ nicht gut!“ Wir finden in dieser Geschichte so ein wunderbares Lehrstück darin, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Im Musical kommt es eben noch mal stärker raus, wie lohnenswert und wichtig es ist, seiner Vision und seinen Träumen zu folgen, und: füreinander da zu sein!
Am Ende ist für mich „Zurück in die Zukunft“ eine Geschichte über eine sehr wahre und tiefe Freundschaft, nämlich der zwischen Doc und Marty.”
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