Die gebürtige Düsseldorferin Alina Simon ist aktuell sehr gefragt. Nach ihrer Hauptrolle als Lydia Hillard im Musical „Mrs. Doubtfire“ im Capitol Theater in ihrer Heimatstadt steht sie kurz vor der Premiere des Musicals „Titanic“ am Theater Chemnitz. Zudem wird sie ab November zusätzlich beim Musical „Kick like a Woman“ in Köln zu sehen sein. Wir haben mehr Informationen über Alina Simon für Euch!
Der Urlaub ist vorbei, unter anderem hat es Alina Simon tatsächlich geschafft endlich mal wieder nach Südkorea zu kommen. „Meine Mutter stammt aus Südkorea und dort wohnen auch noch viele von unserer Familie. Nach drei Jahren habe ich es endlich mal wieder geschafft etwas Zeit dort zu verbringen“, berichtet sie, die dort vor allem viel mit der Familie und Freunden unternommen und die Kultur des Landes genossen hat.
Am 12. April endete für Alina Simon das Engagement bei „Mrs. Doubtfire“. Ausgerechnet in ihrer Heimatstadt. Sie spielte die Lydia Hillard und überzeugte nicht nur schauspielerisch, sondern vor allem auch mit ihrer unglaublichen Stimme und Bühnenpräsenz. „Nach sechs sehr intensiven Monaten war das schon ein harter Bruch, dass wir uns von jetzt auf gleich nicht mehr jeden Tag gesehen haben. Das fühlte sich danach surreal an. Dennoch bin ich sehr dankbar für die vielen Freundschaften, die dadurch entstanden sind. Aber noch heute stehe ich mit vielen in Kontakt“, berichtet Simon. Vor allem der Abschied der Kinder fiel ihr schwer, sie hat immer die große Schwester gespielt und über die ganzen Monate der Proben und der Spielzeit ist natürlich eine enge Bindung entstanden. „Bei der letzten Vorstellung kamen dann noch einmal alle 19 Kinderdarsteller auf die Bühne und sind dann weinend auf mich zu gerannt und in meinen Armen gelandet. Das war schon ein sehr, sehr emotionaler Moment. Sie waren über die ganze Zeit immer so wissenshungrig, das war echt schön zu sehen, dass sie nach mehr gestrebt haben. Noch heute bekomme ich von Eltern Nachrichten zu den Kids. Das ist natürlich schön zu sehen“, berichtet die gebürtige Düsseldorferin.
Alina Simon absolvierte zwischen 2021 und 2025 ihr Musicalstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen. So war sie in diesen vier Jahren auch bei Musicals wie zum Beispiel „Bethlehem“ von Dieter Falk, was ihr sehr ans Herz gewachsen ist, oder auch „Sweeney Todd“ und „Saturday Night Fever“ auf der Bühne.
Während Alina Simon sich aktuell in Chemnitz auf die am 19. September stattfindende Premiere des Musicals „Titanic“ vorbereitet, steht ihr Partner Lino Kalich beim Musical „Zurück in die Zukunft“ als Marty McFly auf der Bühne des Stage Operettenhaus in Hamburg auf der Bühne. „Auch den Film „Zurück in die Zukunft“ habe ich, wie damals auch „Mrs Doubtfire“, mit meinem Vater an einem Filmabend gesehen. Ich war von dem Musical positiv überrascht, hatte sehr viel Spaß und habe mitgefiebert. Ich kann es jedem ans Herz legen es sich bis zum 14. Februar 2027 in Hamburg anzusehen“, sagt Alina Simon.
Einige Monate lagen zwischen dem Ende von „Mrs Doubtfire“ und dem nächsten Engagement beim Musical „Titanic“. Neben Urlaub hat Alina Simon die Zeit auch genutzt, um andere Produktionen wie zum Beispiel „Die weisse Rose“ im Düsseldorfer Capitol Theater anzusehen. Dabei trifft sie auch immer wieder auf ehemalige Kommilitonen von ihrer Zeit an der Essener Folkwang Universität. So hat sie sich deshalb auch „Next to normal“ und „Tootsie“ angesehen, schließlich unterstützt man sich gegenseitig.
In dem Musical „Titanic“ wird aber nicht die Liebesgeschichte aus dem Hollywood-Blockbuster mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio gezeigt, sondern zeigt den Klassenunterschied auf dem Schiff auf und es geht um die tatsächlichen Menschen an Bord. „Ich habe mich damals einfach in die Musik verliebt und mich auf dem ganz normalen Weg beworben. Auch in diesem Musical wird es kein Bilderbuch-Happy End geben“, berichtet Alina Simon. Es ist wieder ein sehr emotionales und eher trauriges Musical.
Über das Engagement in Chemnitz freut sich aber nicht nur sie selbst.
„Ein Großteil der Familie von meinem Vater stammt aus dem Osten Deutschlands und sie alle freuen sich schon darauf, dass ich endlich mal auf der Bühne in Chemnitz stehe. So können sich dieses Stück auch die Teile der Familie ansehen, die sonst nicht so weit reisen können. Das ist natürlich noch ein zusätzliches Highlight“, sagt Alina Simon. Das Stück „Titanic“ ist bis Juli 2027 am Theater Chemnitz zu sehen, es gibt aber nur einige Vorstellungen pro Monat.
Deshalb passte es gut, dass die aprio Stage gGmbH ab November 2026 das Musical „Kick like a Woman“ auf die Bühne bringt und im eigenen Theater „Depot 1“ zeigt. Und auch diese Geschichte fasziniert Alina Simon und stimmt sie froh und dankbar, dass sie dabei sein kann. Dieses Engagement soll mindestens bis April 2027 gehen.
„Ich habe schon während meiner Unizeit in dem Workshop des Stücks mitgespielt. Im Stück „Kick like a Woman“ spiele ich mehrere Rollen und muss mich pausenlos umziehen. So bin ich zum Beispiel in der Rolle als Fußballerin Lai oder auch der DFB-Sekretärin Erika Fuchs zu sehen“, berichtet Alina Simon. „Im asiatischen Raum ist gleichgeschlechtliche Liebe immer noch teilweise Tabu und es ist für mich schon etwas Besonderes, dies in diesem Musical zu thematisieren und zu zeigen, dass diese Geschichten eine absolute Daseinsberechtigung haben. Was mich an dem Stück aber auch reizt ist, die Tatsache, dass man Frauen darstellen darf, die ihrem Traum trotz der Widerstände von anderen nachgehen. Das macht einfach viel Mut und zeigt gerade jungen Mädels auf, dass sie an ihren Träumen festhalten können.“
Aber auch die Entwicklung der männlichen Charaktere ist interessant. So entwickelt sich im Musical „Kick like a Woman“ laut Alina Simon auch eine ganz spannende Vater-Tochter-Beziehung, Vorurteile werden in Frage gestellt. „Das Stück spielt in den Achtziger Jahren, das ist noch nicht so lange her. Es gibt viel Ungleichheit in der Gesellschaft. Und diese Vaterrolle verändert sich während der gesamten Show“, berichtet die gebürtige Düsseldorferin, für die das Doppel-Engagement in Chemnitz bei „Titanic“ und in Köln bei „Kick like a Woman“ alles andere als Selbstverständlich ist, sie ist einfach dankbar dafür und für das, was sie Tag für Tag machen darf.
Während des Engagements in Köln freut sie sich besonders darüber, dass zwei Freundinnen aus der Mrs. Doubtfire Cast ebenfalls in der Domstadt ein Engagement haben und man sich so sehen kann. Während Alina Simon bei „Kick like a Woman“ zu sehen ist, ist Marlen Praxmarer im Musical „Fack Ju Göthe“ (12. – 15. November, Motorworld Köln) als Swing und Cover-Chantal und Cover-Laura zu sehen. Zudem ist auch Laya Höfling beim Musical „Phantom der Oper“ (ab 5. November) als Meg Giry in Köln zu sehen, die drei werden sicherlich versuchen sich gegenseitig in den Vorstellungen zu besuchen, aber auch so Zeit außerhalb des Theaters zu verbringen.
Eines ist heute schon klar: Von Alina Simon wird man in den nächsten Jahren noch viel auf den Bühnen in ganz Deutschland zu sehen bekommen. Was sie aber auch reizen würde, wäre ein Engagement in Südkorea. „Für ein Jahr könnte ich mir ein solches Gastspiel sicherlich vorstellen“, sagt die gebürtige Düsseldorferin.


