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„Hotel Skiverliebt“ entpuppt sich bei Premiere im Schmidt Theater als rasante Gaudi voller Herz!

Ausführliche Review!

© Ina Fiethen-Drewes / Musicalpuls.com

Was für eine Gaudi im Schmidt Theater auf der Reeperbahn in Hamburg! Mit „Hotel Skiverliebt“ feierte Deutschlands erstes Ski-Musical am gestrigen Donnerstag (04.11.26) seine Premiere, nachdem es – wie Komponist Martin Lingnau augenzwinkernd vor der Vorstellung betonte – schon „eine Preview-Phase“ in Salzburg hatte. Keine Frage, der Humor war an diesem Abend groß, das zeigte sich in den kommenden drei Stunden – in einem Musical, das sich oft urkomisch, mal etwas überzogen, aber stets voller Wärme zeigte. Und dabei erstaunlich gut zu Hamburg passt!


„Hotel Skiverliebt“ ist voller Klischees und doch am Puls der Zeit

Die Handlung ist schnell erklärt und gleicht einem guten alten Heimatfilm. Im Hotel Skiverliebt steht die Ski-WM an – und die ehrgeizige Anna, Tochter der Wirtin Jessica, will unbedingt den Sieg holen. Für ihren verstorbenen Papa… um in seine Fußstapfen zu treten. Doch bis zum großen Showdown (wir spoilern hier natürlich nicht den Ausgang des Stückes!) gibt es einige Turbulenzen. So spielt das Wetter nicht so mit, es ist zu warm (Anspielung auf den Klimawandel) – und dann ist da auch noch die Umweltaktivistin Fiona Grafenreiter, die die Skipiste sperren lässt – weil eine bedrohte Fledermaus ausgerechnet im Skigebiet leben soll. Und dann wär da noch das große Liebeschaos…

„Hotel Skiverliebt“ ist eine riesige Gaudi voller Herz

So hat sich Annas Trainer Franz (Karim Plett-Pflister) schwer in sie verliebt! Im späteren Verlauf der Handlung ergibt sich ein Liebesdreieck, das vielleicht nicht jeder kommen sieht aber sehr zur offenen Weltstadt Hamburg passt. Die Zuschauer werden auf eine absolute Achterbahnfahrt der Gefühle und Ereignisse mitgenommen – ehe sich am Ende die Ereignisse überschlagen. Auf dem Weg dahin passieren so manch unerwartete Dinge, die uns wirklich schwer an einen guten alten Heimatfilm erinnerten. So sind einige Auflösungen am Ende dann doch etwas überzogen und zu schnell erzählt. Das tut dem wirklich schwungvollen und herzerwärmenden Musical jedoch keinen Abbruch – zudem punktet „Hotel Skiverliebt“ mit einem sehr modernen Soundtrack. Und klar, es gibt es echte Apres-Ski Nummern… allen voran „Schi-cki-mi-cki Traumboy“, performt von Peppi Unterberger (Jendrik Sigwart). Hier tobte das Publikum besonders – und die Catering-Crew des Schmidt Theaters startete einfach mal eine Polonäse durch den Saal!


„Hotel Skiverliebt“: We feel Disco!

In erster Linie ist der Soundtrack von „Hotel Skiverliebt“ überraschend poppig und hat echte Disco-Vibes! Das ist sehr erfrischend und passt zu dem rasanten Stück, in dem die Darsteller wirklich wie über die Skipiste flitzen.

Veit Schäfermeier ließ mit „Herzen im Schnee“ die Herzen und den Schnee schmelzen

Dabei sind es aber gerade auch die ruhigen Momente, die berühren. Allen voran die Performance vom hoffnungslos verliebten Leo mit dem Song „Herzen im Schnee“. Die gute Seele und nimmermüder Tausendsassa im Hotel hat sich in die Wirtin Jessica (Annic-Barbara Fenske) verliebt. Das spielt Veit Schäfermeier so gut, dass man ihm so sehr ein Happy End wünscht. Alle Darsteller machen ihren Job großartig, doch Veit war schon ein kleiner Publikumsliebling.

Doch natürlich hat jeder so seine Momente – wie auch Joe Oberbichler (Götz Fuhrmann), der als Oberbürgermeister den Tag retten muss und wird (mehr wollen wir nicht verraten) oder auch Journalistin Hannah (gespielt von Katrin Taylor), die in bester Karla Kolumna Manier agiert.

„Hotel Skiverliebt“ hat natürlich auch einige Reeperbahn Easter-Eggs

Ein Herzstück des Stückes sind auch die vielen Klischees und auch die eigens für die Spielzeit in Hamburg eingebauten Easter-Eggs – und wie es sich auf der Reeperbahn gehört – Spitzen gegen den HSV.


Tiziana Turano liefert mit „Das ist dein Moment“ die Sternstunde des Abends

Nachdem das große Finale mit der Hammer-Performance von Tiziana Turano als Anna Meier mit dem Song „Das ist mein Moment“ eingeläutet wurde und sich die Ereignisse daraufhin überschlugen, gipfelte schließlich alles im Schlusslied. Und der Saal stand und feierte die Cast zurecht frenetisch! Und die Premiere eines Stückes, das zwar den Bergen des Salzburger Landes entstammt, aber kaum besser zu Hamburg und der Reeperbahn passen könnte.

Kaum besser hätte auch der Rahmen passen können, denn bevor es um 19.30 Uhr im Saal des Schmidt Theaters losging, luden die Verantwortlichen in den nebenanliegenden Weingarten ein – der sich in ein weihnachtliches Winterparadies verwandelte. Eisstockschießen und ein Ski-Simulator sorgten dabei für mächtig Spaß, während eine Liveband zünftige Musik aus dem Salzburger Land anstimmte. Eine zweifellos in allen Punkten rundum gelungene Premiere!

"Hotel Skiverliebt" entpuppt sich bei Premiere im Schmidt Theater als rasante Gaudi voller Herz! » hotel skiverliebt
Foto: Ina Fiethen-Drewes / Musicalpuls.com

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Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Der bundesweit geschätzte Journalist Kevin Drewes hält Euch mit seinem Fachwissen und der riesigen Expertise täglich über die Geschehnisse in der Musicalwelt auf dem Laufenden.