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“Malle Olè” feiert Weltpremiere – und beweist sich als extrem unterhaltsames Mitsing-Musical!

Ausführliche Review!

© Kevin Drewes / Musicalpuls.com

So etwas hat das Theater am Marientor in Duisburg bislang wohl noch nicht erlebt. Am Donnerstagabend (08.01.26) verwandelte sich die Spielstätte in eine einzige Partyzone. Anlass war die Weltpremiere des Musicals „Malle Olè“, das im Vorfeld große Erwartungen geweckt hatte – und diese mehr als erfüllte. Wenn man denn weiß, was einen erwartet. Denn “Malle Olè” ist eine Liebeserklärung an den Ballermann – und spiegelt das, was man da so erlebt herrlich ehrlich wieder – wenn auch manchmal etwas überspitzt. Das gibt aber auch den Darstellern, wie Jennifer Siemann und Anthony Curtis Kirby die Möglichkeit, mal eine komplett andere Seite von sich zu zeigen. Wir waren als das Fachportal für Musicals vor Ort und berichten ausführlich.


“Malle Olè” ist ein extrem unterhaltsames Mitsing- und Mitmach-Musical

Bereits in den ersten Minuten forderten einige Zuschauer lautstark: „Auf die Stühle!“ – dazu kam es zwar nicht, dennoch hielt es bei fast keinem der zahlreichen Partyhits jemanden auf seinem Platz. Ein solches Maß an Mitmachen ist bei Musicals äußerst selten: Es wurde lautstark mitgesungen, geklatscht und gefeiert. Songs wie „Inselfieber“, „Olivia“, „I Love Malle“ oder „Johnny Däpp“ versetzten den Saal in einen regelrechten Ausnahmezustand. Kaum erklangen die ersten Töne, stimmte das Publikum sofort mit ein. Mehr als ein Dutzend Mal wurden Zugaben gefordert. Denn die Art, wie die bekannten Mallorca-Hits in die Handlung eingebaut wurden, ist klasse: Jeder Song passt perfekt zur Geschichte und wird von den Darstellerinnen und Darstellern mit enormer Energie auf die Bühne gebracht.

Neu arrangierte Malle-Hits mit überraschender Vielfalt

Die bekannten Songs – unter anderem von Mickie Krause und Peter Wackel – wurden eigens für das Musical neu arrangiert und präsentieren sich in ganz unterschiedlichen musikalischen Stilen. Zu den Höhepunkten zählen „Ich verkaufe meinen Körper“, das gemeinsam mit dem neuen Titel „Endlich keine Jungfrau mehr“ den großen Glanzmoment von Till Jochheim in seiner Rolle als Jonas markiert. Ebenso beeindruckend ist „Blau wie das Meer“, interpretiert von Peter Knauder und Lisa Kimberly Schöppl – in einer ruhigen, ungewohnten Version, die dennoch tief berührt. Als kraftvolle Gegenspieler-Nummer sticht außerdem „Inselverbot“ hervor, eindrucksvoll gesungen von Stefan Reil. Für Gänsehaut sorgte schließlich das Finale: Als „Mallorca da bin ich daheim“ von Mia Julia erklang, sang der gesamte Saal mit, bevor alles in der eigens für das Musical geschriebenen Hymne „Wir sind Malle Olè“ von Mike Röttgens mündete.

Schauspielerisch zeigen Jessica Kessler und Jennifer Siemann wie so oft ihre ganz Klasse… und im Falle von Jennifer: Auch eine andere Seite. Die junge Darstellerin darf sich als Olivia so richtig austoben, wird immer wieder auch in Szenen, in denen sie an der Seite steht, fast schon zum Szenendieb. Ihr Schauspiel und ihre Mimiken: Genial! Und auch Anthony Curtis Kirby bekommt durch das neue Engagement die Gelegenheit, mal etwas ganz anderes zu spielen. Er begeisterte schon in “Romeo & Julia – Liebe ist alles” – jetzt auch als Malle-Tourist.



Laut, frech – und überraschend herzlich

„Malle Olè“ ist schrill, laut und stellenweise derb, besitzt dabei aber erstaunlich viel Herz. Trotz der vielen bekannten Hits von Künstlern wie Mickie Krause, Lorenz Büffel oder Peter Wackel bleibt die Handlung nicht bloß Nebensache. Zahlreiche derbe Gags sorgen für Tempo und Unterhaltung. Die Geschichte selbst ist bewusst einfach gehalten: Drei Männer und drei Frauen reisen unabhängig voneinander nach Mallorca. Alex versucht, seine Ex-Freundin Laura zu vergessen – nur um sie zufällig wiederzutreffen und erneut für sich gewinnen zu wollen. Erschwert wird das Ganze durch einen reichen Gegenspieler, der sogar den Ballermann bedroht. Mehr Handlung braucht es jedoch nicht, denn das Musical lebt von seiner Authentizität. Es spiegelt typische Mallorca-Erlebnisse wider und ist vor allem eines: eine leidenschaftliche Liebeserklärung an den Ballermann. Mit spürbarer Hingabe auf die Bühne gebracht, kommen hier sowohl Musicalfans (wenn sie wissen, was sie erwartet! Es ist gewiss ein komplett anderes Erlebnis als das, was man sonst so kennt. ABER: Das ist gewollt. Die Produktion ist hochwertig, die Darsteller sehr gut gewählt und die Story lebt eben vom derben Humor!) als auch eingefleischte Malle-Fans voll auf ihre Kosten.

 

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Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Der bundesweit geschätzte Journalist Kevin Drewes hält Euch mit seinem Fachwissen und der riesigen Expertise täglich über die Geschehnisse in der Musicalwelt auf dem Laufenden.