Mit „Die Cher Show“ wurde auch im deutschsprachigen Raum nun das Musical über (und von!) Popikone Cher auf die Bühne gebracht – von Showslot. Aktuell tourt das Stück durch Deutschland, feierte am 18.01.26 seine Bremer Premiere im Metropol Theater. Wir waren vor Ort und verraten Euch, wie gelungen die Reise vom schüchternen Mädchen zur Kriegsgöttin adaptiert wurde… und wie gut die Darsteller – angeführt von Sophie Berner, Hannah Leser und Pamina Lenn als Cher – ablieferten!
„Die Cher Show“: Eine Mischung aus Biopic und Live-Show
Cher ist eine Ikone – und für viele Frauen auch menschlich ein Vorbild. Sie hat sich vom schüchternen Mädchen zur Kriegsgöttin, zur Musiklegende entwickelt. Dass es bis dahin jedoch ein steiniger Weg war, das zeigt „Die Cher Show“, die – was nicht selbstverständlich für ein Tour-Musical – mit Live-Band daherkommt, in den wichtigsten Kapiteln ihres Lebens eindrucksvoll.
So setzt das Musical in den 50’ern an, als die junge Cher (Rolle Babe-Cher, klasse gespielt von Pamina Lenn) den Antrieb findet, ihr Leben für immer zu verändern… als sie den Disney-Klassiker „Cinderella“ im Kino anschaut… und jeden Song mitsingen kann.
Pamina Lenn und Jan Rogler harmonieren prächtig
In Hälfte 1 des Musicals wird intensiv die Beziehung zu Sonny Bono behandelt, den Cher heiratete, mit dem sie ein gemeinsames Kind bekam und ihre Karriere – als Duo Sonny und Cher – so richtig losging. So erleben die Zuschauer erst einmal die schönen Zeiten des Paares, dabei darf natürlich auch nicht die Performance von „I Got You Babe“ nicht fehlen, bei dem einmal mehr deutlich wird, wie gut das Zusammenspiel zwischen Pamina Lenn und Jan Rogler ist!
Jan Rogler beweist: Er kann auch finster
Doch dann läuft die Karriere nicht mehr, auch die Show in Las Vegas ist erst einmal ein Flop… ehe der Erfolg zurückkehrt… und Cher ihre Solo-Karriere parallel startet. Und genau hier, als dieses Kapitel von Chers Leben beleuchtet wird, darf Jan Rogler zeigen, dass er auch den Finsteren mimen kann! Intensiv und glaubhaft gibt er die Wandlung von Bonny wieder, der Cher unterbuttert, sie gar mit dem Firmenvertrag hinters Licht führt. An diesem Punkt der Handlung ist es dann Hannah Leser, die als Cher für Pamina Lenn übernimmt – und genau wie Rogler glaubhaft die Entwicklung – in ihrem Falle zur selbstbewussten Frau, die sich nicht mehr schikanieren lässt – rüberbringt.
Sophie Berner, Hannah Leser und Pamina Lenn beweisen Frauenpower pur!
Bevor die Zuschauer dann in Bremen in die Pause geschickt wurden, lässt „Die Cher Show“ das Kapitel mit Sonny Bono mit einem Feuerwerk enden… so singen Pamina Lenn, Hannah Leser und Sophie Berner gemeinsam den Titel „Bang Bang“ – zu Lichteffekten vom Allerfeinsten und unterstützt von der stark aufspielenden Live-Band! Hier möchten wir aufklären: Während die Handlung voranschreitet, tauchen immer wieder die früheren bzw. späteren Ich’s von Cher auf. Sie führen sowohl ein Stück weit durch die Geschichte, agieren aber auch als Gedanken der jeweils agierenden Cher. Beispiel: Als sich Lady-Cher (Hannah Leser) von Sonny Bono trennen will, zeigt man den inneren Konflikt auf – eine Seite liebt ihn noch (das Ich, das mit ihm einst glücklich war -> Babe-Cher, gespielt von Pamina Lenn) und die spätere Star-Cher, die ihr die Augen öffnen will.
Genau diese Szenen und die grandiosen Gesangseinlagen der drei Hammer-Stimmen machen „Die Cher Show“ zu einem Erlebnis. Das ist schon große Klasse, wie die Hits von Cher hier umgesetzt werden. Jede der drei Darstellerin hat ihre eigene Interpretation, ihre eigene Klangfarbe – und überzeugt auf ganzer Linie. Gemeinsam ist es dann die volle Frauenpower!
„Die Cher Show“ greift auch Chers Schauspiel-Karriere auf
In Hälfte 2 übernimmt dann Sophie Berner als Cher. Es gibt einen erneuten Zeitsprung… in die Zeit, als Cher sowohl privat als auch karriere-mäßig mit Gregg Allmann (gespielt von Simon Rusch, der vor allem gesanglich überzeugt!) Seite an Seite durchs Leben geht. Doch auch diese Beziehung, aus der ebenfalls ein Kind hervorgeht, scheitert. Ein erneuter Zeitsprung zeigt das Kapitel, als Cher am Broadway eine weitere Karriere startete – als Schauspielerin. Der Weg zum ersten Oscar wird in einer Art Zeitraffer in der „Cher Show“ dargestellt… in der Szene darf Pamina Lenn noch einmal die Bühne übernehmen und eine schauspielerische Glanzstunde hinlegen – mehr wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten…
Wahnsinnsfinale reißt alle Zuschauer von den Sitzen
Nach rund zweieinhalb Stunden endet das Stück Mitte der 90’er, als Cher ihr großes Comeback plant… und mit einem furiosen Finale, bei der erneut Lenn, Lesser und Berner gemeinsam abrocken… zu „You Haven’t Seen the Last of Me“, „Believe“ und als Krönung „If I Could Turn Back Time“. Hier hielt es keinen Zuschauer mehr auf dem Sitzplatz, wie so oft an diesem Abend wurden die Darsteller gefeiert – und das zu Recht!
„Die Cher Show“ schafft es, die wichtigsten Kapitel von Chers Leben zu erzählen und ihre Reise glaubhaft rüberzubringen, ohne, dass es zu hektisch wird. Dazu gibt es etliche erstklassige Gesangseinlagen, die ganz klar das Herstück der Show sind, ein Highlight jagte das nächste… DIE ruhige Nummer des Stücks: „The Way of Love“, bei der Sophie Berner in einer ruhigen Nummer ihre Sternstunde abliefert.
Noch bis 18.01.26 gastiert „Die Cher Show“ in Bremen, ehe die Tour weitergeht. Unser Anliegen, da die Show es wirklich verdient hat: Reist aus Bremen, Hamburg und Umgebung an, um sie zu erleben, es gibt noch genug Tickets. Die Show und die Darsteller haben es verdient – die Bremer Premiere war viel zu schwach besucht… das war allen Beteiligten nicht würdig.








