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Musical-Kritik: “Elisabeth” feiert grandiose Premiere in Hannover – mit einem brillierenden Lukas Mayer als der Tod!

Ausführliche Review

© Zheng Tianran

Das Musical-Epos “Elisabeth” gastiert auf seiner Deutschland-Tour aktuell im geschichtsträchtigen Opernhaus Hannover, in der Schönbrunn-Version in einer halbszenischen Aufführung… mit großem Orchester. Gestern (02.07.25) stand die Premiere an. Doch konnte das Stück in dieser halbszenischen Aufführung auch in der niedersächischen Landeshauptstadt begeistern? Ja! – um das mal vorwegzunehmen! musicalpuls.com war unter den Gästen und verrät Euch, wie beeindruckend das Stück ist, warum Lukas Mayer als Tod brillierte und wie es Kristine Emde gelang, der historischen Figur der Elisabeth einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken!



Lukas Mayer brilliert als Tod

Wer das Musical noch nicht kennt, sollte keine märchenhaft-kitschige Welt wie im Filmklassiker erwarten. Und selbst die neueren Serien-Umsetzungen kommen nicht im Geringsten an die Düsternis heran, die in diesem Stück geboten wird. So ist der Tod – nicht nur sprichwörtlich gemeint – omnipräsent. Dieser wurde bei der Hannoveraner Premiere von Lukas Mayer gespielt, der eine unfassbare Leistung bot. Seine Präsenz ließ so manchen Zuschauer den Schauer kalt über den Rücken jagen, seine Mimik machte die Bedrohung noch deutlicher. Musikalisch, was soll man da sagen? Das war Champions League, was Lukas da hinlegte! Zurecht erhielt er immer wieder frenetischen Applaus nach den Gesangseinlagen!

Lukas Mayer & Kristine Emde mit Gänsehaut-Duett

Das absolute I-Tüpfelchen sollte in Hälfte Zwei das Duett “Wenn ich tanzen will” mit Kristine Emde als Elisabeth darstellen. Als diese beiden grandiosen Stimmen aufeinander trafen, da überkam nicht nur uns die Gänsehaut am ganzen Körper! Man muss an dieser Stelle aber auch ganz klar das Orchester loben, das in dieser halbszenischen Inszenierung sehr präsent auf der Bühne zu sehen war, aber doch optisch dezent im Hintergrund gehalten wurde. Ein musikalischer Hochgenuss, den die Verantwortlichen in “Elisabeth” bieten!



Mit Michael Kunze (Buch & Liedtexte) sowie Sylvester Levay (Musik & Orchestrierung) zeichen sich zwei absolute Hochkaräter für die Klänge von “Elisabeth” verantwortlich. Und das hört man schlichtweg. Dabei darf nahezu jeder der anderen Darsteller in einem Solo-Song oder Duett glänzen. Ganz groß war hier beispielsweise der sehnsuchtsvolle, sehr berührende Titel “Mama, wo bist du?” vom kleinen Rudolf, den in Hannover an diesem Abend die Kinderdarstellerin Luise mimte.

Gerrit Hericks geht als Mörder Lucheni voll auf

Musikalisch komplett anders, aber nicht weniger großartig, war auch Gerrit Hericks Interpretation vom rockigen Titel “Kitsch” direkt zu Beginn von Hälfte 2. Der Saal tobte, das Publikum wurde von dem Darsteller, der mitten im Publikum direkt nach der Pause erneut einheizte, mitgerissen. Der Darsteller, der an diesem Premierenabend diese Rolle übernehmen durfte, hatte damit auch die Ehre, durch die Geschichte zu führen… mit ganz viel Sarkasmus und Kritik an der Monarchie! Gerrits Mimiken waren sehr stark, er lieferte also auch schauspielerisch hervorragend ab. Nach Kristine Emde als Elisabeth und Lukas Mayer in der Rolle vom Tod war es, der die meisten Screentime erhielt… und diese vollkommen nutzte!

Armin Kahl spielt den etwas kürzer kommenden Kaiser Franz Joseph sehr gut

Etwas kurz kommt in diesem Musical kommt jedoch Kaiser Franz Joseph weg, der in dieser Vorstellung von Armin Kahl gespielt wurde. Der Darsteller machte seine Sache dennoch sehr gut, hatte jedoch nicht die Möglichkeiten, sich zu entfalten. Der Charakter sitzt zwischen den Stühlen – ist wie eine Marionette gelenkt. Auf der einen Seite seine Mutter, auf der anderen Elisabeth, die sich im Musical immer mehr zur starken, selbstbewussten Frau entwickelt. Dazu kommen noch seine Berater. Selten wie in diesem Stück wurde das in einer Umsetzung so deutlich.



Dafür kommt die Liebesgeschichte zwischen ihm und Elisabeth sehr kurz. Allgemein wird vieles nur kurz angerissen, was aber auch der umfangreichen Geschichte geschuldet ist, die man schlichtweg in rund zwei Stunden nicht erzählen kann. Das Wichtigste ist aber drin, nur sollten Zuschauer mit einem guten Hintergrundwissen in das Musical gehen… sonst hat man womöglich Probleme der schnell foranschreitenden Handlung zu folgen. Das schmälert das Erlebnis jedoch in keinster Weise. Auch das tragische Ende von Elisabeth hat man beachtlich in Szene gesetzt.

“Elisabeth” ist in allen Punkten ein Meisterwerk

Das Musical “Elisabeth” ist imposant, überzeugt mit erstklassiger Lichttechnik, einem beeindruckenden Orchester und einer durch die Bank weg glänzenden Cast! Gerade an die Darsteller geht hier ein großes Lob, denn bei solch einem Feuerwerk an Lichteffekten und dem imposanten Sound des Orchester muss man stimmlich im Gesang erst einmal mithalten. Die Gefahr unterzugehen, die besteht. Doch das ist in “Elisabeth” nicht der Fall, von den Hauptdarstellern bis hin zum Ensemble hat man das Stück erstklassig besetzt. Auch hervorheben möchten wir die schauspielerischen Leistungen noch einmal… ob es Kristine Emde ist, die die Entwicklung der Elisabeth beeindruckend darbot oder auch Esther Ardoin als Erzherzogin Sophie, die mit viel Leidenschaft der Figur ihren Stempel ebenfalls aufdrückt.

 

TICKETS für alle weiteren Vorstellungen von “Elisabeth” gibt es direkt hier.

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Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Der bundesweit geschätzte Journalist Kevin Drewes hält Euch mit seinem Fachwissen und der riesigen Expertise täglich über die Geschehnisse in der Musicalwelt auf dem Laufenden.