Im Metronom Theater in Oberhausen feierte das Musical „Die Päpstin“ mit einer prominenten Cast seine Premiere in der Spieltstätte. Wir waren für Euch am 23. Oktober dabei. SO gelungen war der Auftakt.
Nach rund drei Stunden ist das Musical „Die Päpstin“ zu Ende und die 1.600 Zuschauer im restlos ausverkauften Metronom Theater in Oberhausen spenden der Cast minutenlang Standing Ovations für eine großartige Darbietung bei der Premiere.
Das Musical „Die Päpstin“ basiert auf dem berühmten Roman von Donna W. Cross und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise ins 9. Jahrhundert. In dieser Zeit dominieren die Männer das Geschehen, Frauen und Mädchen dürfen sich nicht bilden und sollen den Nachwuchs gebären und großziehen. Das Musical erzählt die Geschichte von Johanna, die 814 als außergewöhnlich kluges Kind eines Dorfpfarrers auf die Welt kommt. Sie lernt gegen den Willen des Vaters Lesen und Schreiben und schafft es auf die Klosterschule. Nach einem Überfall der Normannen schneidet Johanna sich die Haare ab und verkleidet sich als Mann. Sie flieht als Johannes Anglicus ins Kloster Fulda. Später führt ihr Weg nach Rom, wo sie das Vertrauen des Papstes gewinnt und zu seinem engen Berater aufsteigt. Der Papst fällt einem Giftanschlag zum Opfer und Johanna gerät ins Visier der Mächtigen. Doch das Volk steht hinter ihr: Statt Anastasius wird Johanna als neuer Papst gewählt.
Das Metronom Theater besticht wieder einmal als großartige Location. Das Musical glänzt mit großartigem Sound und tollen Lichteffekten, es ist ein Genuss dieses Werk in Oberhausen live verfolgen zu können. Drei Stunden lang – inklusive der Pause – wird dem Zuschauer die Geschichte von Johanna nahegebracht.
Sandy Mölling als Johanna erscheint nach etwas mehr als 20 Minuten auf der Bühne, sie wird spektakulär und überrascht für die Kinderdarstellerin der jungen Johanna getauscht und steigt direkt mit dem Song „So viel mehr ein“. Was eine Power, was eine Energie. Es ist eines der Highlights an diesem Abend, die ehemalige Sängerin der No Angels begeistert das Publikum und ist der Star des Abends. Neben Mölling wird auch Verena Mackenberg in der Rolle der Johanna in Oberhausen und München zu sehen sein.
Dennis Hentschel war als Marktgraf Gerold zu sehen. Er nahm die kleine Johanna bei sich und seiner Familie auf als sie an der Klosterschule angenommen wurde und dort nicht als Mädchen bei den Jungen untergebracht werden konnte. Er füllte seine Rolle großartig aus und war immer wieder bedacht seine Aufgaben zu erfüllen, stand Johanna auch in der Rolle der Päpstin zur Seite.
Wieder einmal zeigte auch Thomas Hohler seine große Klasse. In der Rolle von Anastasius begeistert er, er spielt seine Rolle überzeugend. Arrogant und zielführend ist er. Anastasius tut alles, um an die Macht zu kommen, möchte Papst werden und scheitert am Ende an Johanna und selbst nach ihrem Tod wurde er nicht zum Papst ernannt. Gesanglich und schauspielerisch verdient sich Thomas Hohler an diesem Abend Bestnoten und zeigt wieder einmal seine Vielseitigkeit auf der Musicalbühne.
Das Musical zeigt eindrucksvoll den Kampf um Bildung und Selbstbestimmung im 9. Jahrhundert auf. Von gesellschaftlichen Schranken, Vorurteilen und Unterdrückung soll man sich nicht kleinhalten lassen. Beim Song „So viel mehr“ wird der Wissenshunger und die Weiterentwicklung von Johanna gefeiert. Das Musical hinterfragt aber auch die starre kirchliche Machtstruktur, zudem zeigt es auf, was die Last und der Preis der Identität ist. Johanna wird am Höhepunkt ihrer Macht vor einer Zerreißprobe zwischen ihrer Liebe zu Gerold und ihrer wahren Identität gestellt.
Noch bis zum 14. November ist das Musical „Die Päpstin“ noch im Oberhausener Metronom Theater zu sehen. Danach zieht es nach München ins Deutsche Theater weiter. In der bayrischen Hauptstadt ist es vom 16. bis zum 27. Dezember 2026 zu sehen. Tickets für das Musical „Die Päpstin“ gibt es DIREKT HIER.



