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Sascha Hödl bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg 2026: “Juanito ist anders als alles, was ich bisher gespielt habe”

Starke Worte!

© Marc Francisco

Mit Juanito übernimmt Sascha Hödl bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg 2026 in ” Im Tal des Todes” eine Rolle, die für ihn Neuland bedeutet. Der langjährige Karl-May-Darsteller spricht im Interview über seine Verbundenheit zum Kalkberg, die Entwicklung seiner neuen Figur und darüber, warum hinter jedem Bösewicht eine eigene Geschichte steckt. Entstanden ist ein sehr authentisches und ehrliches Interview, das zeigt: Sascha Hödl liebt und lebt den Kalkberg und Karl May!



Musicalpuls.com: Jetzt bist du schon seit 8 Jahren am Kalkberg. Wie ist das für dich?

Sascha Hödl: „Inzwischen fühlt es sich für mich jedes Jahr aufs Neue wie ein Nachhausekommen an. Über die Zeit wächst man hier zu einer großen Familie zusammen. Besonders schön ist das Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen – und längst auch Freundinnen und Freunden – mit denen man viele unvergessliche Momente und gemeinsame Erfahrungen teilen durfte. Gleichzeitig bringen die neuen Kolleginnen und Kollegen jedes Jahr frische Impulse, neue Perspektiven und eine besondere Dynamik mit, die jede Saison einzigartig machen. Darüber hinaus sind über die Jahre auch zahlreiche Kontakte zu Menschen aus der Region entstanden, die nicht unmittelbar mit den Karl-May-Spielen verbunden sind. Aus vielen dieser Begegnungen haben sich wertvolle und beständige Freundschaften entwickelt, die diese besondere Verbundenheit noch weiter bereichern.”

Musicalpuls.com: Mit der Rolle des Juanito spielst du erstmals einen Weißen- und wechselst auf die böse Seite. Was reizt dich an der Rolle?

Sascha Hödl: „Natürlich verlasse ich mit Juanito für mich sehr vertrautes Terrain bei den Karl-May-Spielen. Bisher verkörperte ich meist den edlen Häuptlingssohn oder eine Figur zwischen den Welten – immer jedoch einen Indianer. Diesen Rollen begegne ich mit größtem Respekt, großer Ehrfurcht und echtem Interesse an der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner. Für mich gibt es dabei klare Grenzen, die nicht überschritten werden sollten – sonst verliert eine Figur ihre Glaubwürdigkeit. Bei Juanito ist das völlig anders. Die Möglichkeiten, diese Rolle auf der Bühne zu gestalten, sind um ein Vielfaches größer. Er bewegt sich anders, reitet anders, steht anders und nimmt seine Umgebung auf ganz eigene Weise wahr. Genau darauf freue ich mich besonders: dem Karl-May-Publikum, das mich bisher vor allem als Indianer kennt, eine neue Seite von mir zu zeigen. Denn genau das ist mein Beruf und meine Leidenschaft: als Schauspieler in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und ihnen Leben einzuhauchen.”



Musicalpuls.com: Wie würdest du die Rolle beschreiben?

Sascha Hödl: „Ich möchte nicht zu viel verraten, denn ich finde es besonders schön, wenn das Publikum Juanito unvoreingenommen begegnen kann. So viel sei jedoch gesagt: Auch wenn Juanito ganz klar zu den Bösewichten gehört, hat er seine eigene Geschichte – und aus seiner Sicht gute Gründe, warum er zu dem Menschen geworden ist, der er heute ist. Geprägt von einer schwierigen Vergangenheit, fehlender Zuneigung und dem Gefühl, oft nur das fünfte Rad am Wagen zu sein, hat er irgendwann den falschen Weg eingeschlagen. Seine Erfahrungen haben ihn geformt und ihn zu einem Menschen gemacht, der ganz anders hätte werden können. Frei nach dem Motto: Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist.”

Musicalpuls.com: Wie bereitest du dich vor?

Sascha Hödl: „Die Welt von Karl May ist mir mittlerweile sehr vertraut. Das hilft natürlich enorm, weil ich die Hintergründe und die Zeit, in der die Geschichte spielt, bereits gut kenne. Zusätzlich war ich mit meiner Freundin in Mexiko – eine schöne Gelegenheit, das Land, seine Atmosphäre und seine Kultur selbst zu erleben. Die größte Herausforderung bei Juanito ist jedoch sein spanisch-mexikanischer Akzent. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr merkt man, wie unterschiedlich solche Figuren sprechen können. Genau deshalb war mir wichtig, meinen eigenen, glaubwürdigen Zugang zu finden. Denn mein Anspruch ist es immer, eine Rolle nicht nur zu spielen, sondern sie so authentisch wie möglich zum Leben zu erwecken.”



Musicalpuls.com: Die Vorlage „Im Tal des Todes“ kennst du bestimmt. Wie würdest du das Stück beschreiben?

Sascha Hödl: „Wenn man den ursprünglichen Karl-May-Roman, seine spätere Überarbeitung und schließlich den Film miteinander vergleicht, stellt man schnell fest, dass die Unterschiede erheblich sind. Einen Karl-May-Roman originalgetreu auf die Bühne zu bringen, ist ohnehin nahezu unmöglich. Dann würde ein großer Teil des Abends aus Anschleichszenen und ausführlichen Landschaftsbeschreibungen bestehen. Michael Stamp ist es jedoch erneut gelungen, die Seele und den Kern der Geschichte einzufangen und daraus ein packendes Bühnenstück zu schaffen. Dabei darf man nicht vergessen, dass wir in Bad Segeberg für die ganze Familie spielen. Entsprechend müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, damit Jung und Alt gleichermaßen begeistert werden. Ich bin mir deshalb absolut sicher, dass das Publikum ein spannendes, emotionales und spektakuläres Abenteuer erleben wird.”

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Bild von Ina Fiethen-Drewes

Ina Fiethen-Drewes

Ina Fiethen-Drewes übernimmt bei musicalpuls.com die Bereiche Social Media und Videocontent. Zudem bringt sie ihre große Erfahrung als Musicalbegeisterte und professionelle Fotografin bei Events mit ein.