Donnern, Wolfsgeheule und ein düsteres Bühnenbild – schon vor der Vorstellung vom Musical „Dracula“ am gestrigen Donnerstagabend war klar: Das Theater am Aegi wird heute zum Ort des Schreckens… Dracula geht um! Zwar mussten die Zuschauer in Hannover auf Jan Ammann verzichten, doch Thomas Schreier vertrat ihn würdig… und begeisterte gemeinsam mit der Cast das Publikum! Wir waren live bei der ersten Vorstellung in Hannover dabei und verraten Euch, warum die erste Tour-Inszenierung des Musicals erschreckend gut ist!
“Dracula – Das Musical” mit außergewöhnlichem Bühnenbild
Mit „Dracula“ gelang Showslot ein echter Coup – man holte sich die Aufführungsrechte der Original-Broadwayproduktion – mit der genialen Musik von Frank Wildhorn. Seit einigen Wochen schon ist das Musical auf den deutschen Theaterbühnen unterwegs und ein voller Erfolg – das zeigte sich auch in der ersten von fünf Vorstellungen im Theater am Aegi in Hannover eindrucksvoll – der Saal war mehr als gut besucht… und feierte die Cast, die durch die Bank weg überzeugte! Aber der Reihe nach..
Die erste Tour-Umsetzung von „Dracula – Das Musical“ entpuppt sich als sehr atmosphärisches, düstereres und dichtes Erlebnis. Hier leisten die Effekte und der Nebel, der wie ein Schleier immer wieder über der Bühne liegt, ganze Arbeit. Allgemein ist das Bühnenbild außergewöhnlich und eines der besten, welches wir in den letzten Jahren bei einem Tour-Musical zu Gesicht bekamen.
Thomas Schreier punktet mit markanter Stimme und kühler Aura
Auch das immer wieder aufkommende Donnergrollen oder das Wolfsgeheule sorgen dafür, dass die Stimmung so richtig schaurig-schön ist. Und Dracula? Der ist vor allem in Hälfte 1 ein wahres Schreckgespenst… immer wieder taucht er bedrohlich im Hintergrund oder in kurzen Szenen auf. Vor allem in Minas Träumen. Die markante, tiefe Stimme von Thomas Schreier lässt einen den Schrecken über den Nacken laufen… allgemein macht der Darsteller seine Sache verdammt gut… seine kühle Aura und intensives Schauspiel sorgen dafür, dass er die Rolle glaubhaft – und mit der nötigen Bedrohlichkeit – spielt. Dass er aber auch anders kann, das zeigt sich im Finale. Hier wollen wir nicht zu viel spoilern, aber dank dem Drehbuch ist Dracula nicht nur ein Monster, sondern hat auch eine menschliche Seite… die Vergangenheit plagt ihn – und ist der Grund für sein Handeln.
Nico Went ist eine Bank
Und auch Van Helsing erhält eine Backgroundstory, die wiederum erklärt, warum er den Graf Dracula unbedingt zur Hölle schicken will. Hier muss man wieder einmal Nico Went hervorheben – er mimte Van Helsing in der Hannoveraner Vorstellung am 12.03.26 und machte sie sich zu eigen. Mit seinem klasse Schauspiel und vor allem gesanglichen Leistungen, zog er die Zuschauer in seinen Bann. Absolutes Highlight: Die Performance des Titels „Nosferatu“!
“Dracula”: Navina Heyne bringt innerliche Zerrissenheit von Mina auf den Punkt
Gesanglich brillierten derweil auch Munja Viktoria Meier als Lucy sowie auch Navina Heyne (mit „Wär ich der Wind“). Gerade die Performance von Navina löste große Begeisterung und langen Applaus im Saal des Theaters am Aegi aus. Dazu schafft Navina es, die innerliche Zerrissenheit von Mina – zwischen der Treue zu ihrem Mann Jonathan Harker (ebenfalls klasse gespielt von Philipp Dietrich!) und dem Rufen von Dracula – großartig auf den Punkt zu bringen.
Soundtrack von Frank Wildhorn kommt sehr rockig daher
Dabei kommt der Soundtrack von Frank Wildhorn sehr rockig daher… harte Gitarrenriffs dominieren die Musik von „Dracula“. Hart zur Sache geht es dabei auch in der Handlung zu – der Stoff ist sehr düster umgesetzt. Genau so muss Dracula sein! Das schaurige Spektakel gipfelt am Ende in einer Jagd nach Dracula, die absolut fesselt – ehe das Finale dann ganz großes Kino bot!
Keine Frage, mit einer bärenstarken Cast, einer Atmosphäre, die man so nur selten sieht und einem außergewöhnlichen Soundtrack ist „Dracula – Das Musical“ ein Juwel unter den Tour-Musicals… welches auch 2027 auf Tour gehen wird!




